Führungsfachfrau/Führungsfachmann mit eidg. Fachausweis

Vorbereitung auf den eidgenössischen Fachausweis Führungsfachfrau/Führungsfachmann (SVF): Leadership, Kommunikation, Teamführung und Schweizer Arbeitsrecht.

Das Wichtigste in Kürze

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Beispiel-Prüfungsfragen mit Lösung

Führungsstile und Rolle der Führungsperson — Was unterscheidet Leadership von Management in der Teamführung?
  • ✓ Management organisiert und kontrolliert die Ressourcen, Leadership beeinflusst und mobilisiert
  • Management gilt für Teams, Leadership für schwere industrielle Prozesse
  • Leadership betrifft ausschliesslich die Mitglieder der Geschäftsleitung
  • Beide Begriffe sind im Führungsalltag genau gleichbedeutend

Management betrifft Organisation, Planung und Kontrolle der Ressourcen. Leadership betrifft Einfluss, Vision und das Mobilisieren der Menschen. Eine wirksame Führungsperson verbindet beides.

Kommunikation und Mitarbeitergespräche — Was ist aktives Zuhören in einem Führungsgespräch?
  • Sofort eine Lösung vorschlagen, sobald das Problem genannt ist
  • Bis zum Schluss vollständig schweigend zuhören, ohne je einzugreifen
  • ✓ Umschreiben und nachfragen, um das Verständnis zu prüfen, ohne zu urteilen
  • Lückenlos alles mitschreiben, was das Gegenüber sagt

Aktives Zuhören heisst umschreiben, nachfragen und spiegeln, was das Gegenüber sagt, um das Verständnis zu prüfen, ohne zu urteilen und ohne sofort eine Lösung vorzuschlagen.

Motivation und Teamentwicklung — Wie unterscheidet man intrinsische und extrinsische Motivation?
  • Die extrinsische ist immer dauerhafter als die intrinsische Motivation
  • Die intrinsische betrifft Kader, die extrinsische nur Mitarbeitende an der Basis
  • ✓ Die intrinsische kommt aus dem Interesse an der Tätigkeit, die extrinsische aus äusseren Belohnungen
  • Beide Formen entstehen ausschliesslich über den variablen Lohn

Intrinsische Motivation kommt aus dem Interesse an der Tätigkeit selbst. Extrinsische Motivation kommt aus äusseren Belohnungen (Lohn, Prämie, Status). Die intrinsische ist dauerhafter, aber langsamer aufzubauen.

Arbeitsrecht und rechtlicher Rahmen — Welche gesetzlichen Kündigungsfristen gelten nach dem Schweizer OR?
  • Immer 3 Monate, unabhängig vom Dienstalter der betroffenen Person
  • ✓ 7 Tage (Probezeit), 1 Monat (1. Dienstjahr), 2 Monate (2.–9.), 3 Monate (ab dem 10.)
  • 14 Tage (Probezeit), 1 Monat (1. Dienstjahr), dann 2 Monate ab dem 2. Dienstjahr
  • In allen Fällen 1 Monat, ohne Unterscheidung nach Anstellungsdauer

Nach Art. 335c OR: 7 Tage während der Probezeit, 1 Monat im 1. Dienstjahr, 2 Monate vom 2. bis 9. Dienstjahr und 3 Monate ab dem 10. Dienstjahr.

Organisation, Projekte und Change-Management — Was ist das magische Dreieck im Projektmanagement?
  • Analyse, Realisierung und Lieferung der verschiedenen Projektpakete
  • Alle drei Dimensionen lassen sich ohne Zielkonflikt gleichzeitig optimieren
  • Geschäftsleitung, Projektteam und Endkunden des entwickelten Produkts
  • ✓ Leistungsumfang, Termin und Budget, mit der Qualität in der Mitte

Das Dreieck verbindet Leistungsumfang, Termin und Budget, mit der Qualität in der Mitte. Ändert man eine Grösse, muss mindestens eine andere angepasst werden: Man kann nicht alles gleichzeitig optimieren.

Führungsstile und Rolle der Führungsperson — Wovon hängt im Modell des situativen Führens der passende Führungsstil ab?
  • Vom persönlichen Stil der Führungsperson, der immer gleich bleiben muss
  • Von der Teamgrösse und der Anzahl Hierarchiestufen
  • Allein vom Dienstalter der Mitarbeitenden im Unternehmen
  • ✓ Vom Reifegrad der Mitarbeitenden für die Aufgabe: Kompetenz und Motivation

Der Stil richtet sich nach dem Reifegrad der Mitarbeitenden für eine bestimmte Aufgabe: Kompetenz und Motivation. Dieselbe Person kann je nach Aufgabe unterschiedliche Stile brauchen.

Kommunikation und Mitarbeitergespräche — Wie ist ein Feedbackgespräch empfehlenswert aufgebaut?
  • Mehrere Bemerkungen sammeln und im Jahresgespräch besprechen
  • Mit einem Lob beginnen, die Kritik anbringen und mit einem Lob schliessen
  • Das Feedback schriftlich geben, um emotionale Reaktionen zu vermeiden
  • ✓ Fakten beschreiben, Wirkung ausdrücken, zuhören, Massnahmen und Nachkontrolle vereinbaren

Man beschreibt die beobachteten Fakten, drückt ihre Wirkung aus, hört die Sicht der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters an und vereinbart gemeinsam Massnahmen und einen Termin zur Nachkontrolle.

Motivation und Teamentwicklung — Was sagt das Modell von Herzberg über Hygienefaktoren?
  • ✓ Sie verhindern Unzufriedenheit, ohne echte Motivation zu schaffen
  • Sie ersetzen Anerkennung und Verantwortung auf vorteilhafte Weise
  • Sie betreffen nur die sanitären Verhältnisse in den Arbeitsräumen
  • Sie sind der wichtigste Hebel für dauerhafte Motivation in einem Team

Hygienefaktoren (Lohn, Arbeitsbedingungen, Sicherheit) verhindern Unzufriedenheit, schaffen aber keine Motivation. Nur Motivatoren (Anerkennung, Verantwortung, Erfolgserlebnis) motivieren wirklich.

Arbeitsrecht und rechtlicher Rahmen — Wann gilt eine Kündigung nach Art. 336 OR als missbräuchlich?
  • ✓ Kündigung wegen einer Eigenschaft der Person oder der Ausübung eines verfassungsmässigen Rechts
  • Jede aus rein wirtschaftlichen Gründen ausgesprochene Kündigung
  • Jede mündlich statt mit eingeschriebenem Brief ausgesprochene Kündigung
  • Jede Kündigung gegenüber einer Person mit mehr als zehn Dienstjahren

Missbräuchlich ist namentlich die Kündigung wegen einer Eigenschaft, die der Person kraft ihrer Persönlichkeit zusteht, wegen der Ausübung eines verfassungsmässigen Rechts, wegen Gewerkschaftszugehörigkeit oder weil nach Treu und Glauben Ansprüche geltend gemacht werden.

Organisation, Projekte und Change-Management — Wozu dient eine RACI-Matrix in der Projektführung?
  • ✓ Festlegen, wer ausführt, wer verantwortlich ist, wer konsultiert und wer informiert wird
  • Die Projektrisiken nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkung bewerten
  • Das Projektbudget auf die beteiligten Abteilungen verteilen
  • Die Projektaufgaben in einem zwischen Teams geteilten Kalender planen

Die RACI-Matrix legt für jede Aufgabe fest, wer ausführt, wer verantwortlich ist, wer konsultiert und wer informiert wird. Sie verhindert Grauzonen und doppelte Zuständigkeiten.