Der eidgenössische Fachausweis Technische/r Kaufmann/-frau umfasst sechs Kompetenzgebiete, die eine umfassende betriebswirtschaftliche Wissensbasis bilden. Die Prüfung bewertet die Fähigkeit, diese komplementären Disziplinen zu beherrschen und in einem konkreten beruflichen Kontext anzuwenden.
Finanzbuchhaltung
Die Finanzbuchhaltung umfasst die Grundlagen der Unternehmensbuchhaltung: Kontenplan, laufende Buchungen, Abschluss, Erstellung der Bilanz und der Erfolgsrechnung gemäss Obligationenrecht. Die Finanzanalyse (Liquiditäts-, Rentabilitäts- und Verschuldungskennzahlen) und die Betriebsbuchhaltung (Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Break-Even-Analyse) gehören ebenfalls zu diesem Fachgebiet. Es ist eines der anspruchsvollsten Fächer hinsichtlich Umfang und erforderlicher Übung.
Recht und Volkswirtschaft
Recht und Volkswirtschaft umfassen die juristischen und ökonomischen Grundlagen der Unternehmensführung. Im Bereich Recht: das Obligationenrecht (Vertragsschluss, Kaufvertrag, Auftrag, Arbeitsvertrag), das Handelsrecht (Handelsregister, Firmenrecht), die Rechtsformen von Unternehmen und das Arbeitsrecht. Im Bereich Volkswirtschaft: die Grundlagen der Marktwirtschaft, Angebot und Nachfrage, Konjunktur, Geldpolitik und internationaler Handel.
Marketing und Verkauf
Marketing und Verkauf umfassen die Geschäftsstrategie des Unternehmens: Marktanalyse (PESTEL, Porter), Segmentierung und Positionierung, Marketing-Mix (Produkt, Preis, Distribution, Kommunikation), digitales Marketing, Verkaufstechniken, Geschäftsverhandlung und Kundenbeziehungsmanagement. Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen eine Marketingstrategie konzipieren und in operative Massnahmen umsetzen können.
Führung und Kommunikation
Führung und Kommunikation befassen sich mit der Teamführung und der professionellen Kommunikation: Führungsstile (situativ, partizipativ, direktiv), Mitarbeitermotivation, Konfliktmanagement, Verhandlungstechniken, schriftliche und mündliche Kommunikation, Präsentationstechniken und Sitzungsleitung. Dieses Fachgebiet bereitet Techniker/innen auf die Übernahme von Führungsverantwortung vor.
Quantitative Methoden der Betriebswirtschaft
Die quantitativen Methoden umfassen die mathematischen und statistischen Werkzeuge der Betriebswirtschaft: deskriptive Statistik (Mittelwerte, Median, Standardabweichung, Korrelation), Wahrscheinlichkeitsrechnung, Finanzmathematik (Zinseszins, Annuitäten, Barwertberechnung), Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung. Dieses Fachgebiet ist rechnerisch anspruchsvoll und erfordert regelmässiges Training.
Supply Chain und Produktion
Supply Chain und Produktion umfassen das Lieferketten- und Produktionsmanagement: Produktionsplanung (MRP, JIT), Lagerbewirtschaftung (EOQ, Bestellpunkt), Logistik (Transport, Lagerhaltung), Qualitätsmanagement (ISO-Normen, kontinuierliche Verbesserung), Projektmanagement und Prozessoptimierung. In diesem Fachgebiet fühlen sich Kandidatinnen und Kandidaten mit technischem Profil oft am wohlsten.
Diese sechs Fachgebiete bilden ein kohärentes Ganzes, das technische Fachpersonen auf die Übernahme von Managementverantwortung vorbereitet. Rechnungswesen und quantitative Methoden bilden die analytische Grundlage, während Marketing, Führung und Supply Chain die operativen Werkzeuge liefern.