Du arbeitest seit Jahren im Beruf, aber ohne EFZ? Artikel 32 der Berufsbildungsverordnung ermöglicht dir das Laborant/in EFZ ohne Lehrvertrag. Hier sind die Bedingungen und die Prüfung, nach der Verordnung des SBFI vom 30. Juni 2022.
Die Zulassungsbedingungen
- Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung, erreicht bis zur Prüfung (Art. 32 BBV); Teilzeit zählt anteilsmässig.
- Davon mindestens 3 Jahre im Beruf Laborant/in, gemäss Bildungsverordnung.
- Ein Lehrvertrag ist nicht nötig; je nach Kanton musst du bei der Zulassung im Beruf arbeiten.
- Gute Sprachkenntnisse werden erwartet (berufsberatung.ch empfiehlt mindestens Niveau B2), samt Fachwortschatz.
Die Prüfung, die du ablegst
Die Verordnung lässt Erwachsene ohne Lehre zur Abschlussprüfung zu, legt aber keine Gewichtung ohne Erfahrungsnote fest: Das Berufsbildungsamt deines Kantons sagt dir, wie deine Gesamtnote berechnet wird.
| Qualifikationsbereich | Form und Dauer |
|---|
| Praktische Arbeit | Vorgegebene praktische Arbeit (VPA) von 16 Stunden mit Fachgespräch von 30 Minuten (Fachrichtungen Biologie, Chemie, Farbe und Lack) oder individuelle praktische Arbeit (IPA) von 40 bis 60 Stunden (Fachrichtung Textil). |
| Berufskenntnisse | Schriftliche Prüfung von 4 Stunden: Planen, Daten, Methoden und Laborganisation (120 Min., 50 %), fachrichtungsspezifische Versuche und Arbeitsabläufe (120 Min., 50 %). |
| Allgemeinbildung | Geregelt in der Verordnung des SBFI über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung. |
Anmeldung, Schritt für Schritt
- Wende dich an die Fachstelle deines Kantons: Sie informiert dich, prüft deine Berufserfahrung und zeigt dir den passenden Weg, Abschlussprüfung oder Validierung.
- Stelle dein Dossier zusammen: Arbeitszeugnisse mit Pensum, Lebenslauf und Kopien deiner Abschlüsse.
- Anmeldefristen und Kosten legt jeder Kanton fest; im Tessin etwa ist das Gesuch bis 31. Mai des Vorjahres der Prüfung einzureichen.
- Hast du bereits eine andere Ausbildung, frage nach einer Dispensation von einzelnen Fächern.
Vorbereitung ohne Berufsfachschule
Du kannst dich selbst oder mit Kursen vorbereiten. Am meisten Arbeit braucht, was die Lernenden in der Schule lernen: Berufskenntnisse, schriftliche Prüfung von 4 Stunden: Planen, Daten, Methoden und Laborganisation (120 Min., 50 %), fachrichtungsspezifische Versuche und Arbeitsabläufe (120 Min., 50 %).
Für diesen Beruf haben wir keine frei zugänglichen Serien gefunden; Berufsfachschulen und üK-Zentren verfügen über Übungsserien.
Reform und Übergangsbestimmungen
Die Prüfungsbestimmungen dieser Verordnung gelten seit 1. Januar 2026. Wer das QV bis 31. Dezember 2027 wiederholt, wird nach bisherigem Recht beurteilt, ausser auf schriftlichen Antrag.
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Offizielle Quellen
Abgerufen am 2026-10-11.
Prüfungsfragen mit Lösung
Biologie und Mikrobiologie — Was ist das Prinzip der Polymerasekettenreaktion (PCR)?
- ✓ Vervielfältigung von DNA in Zyklen mit einer Polymerase
- Vermehrung von Bakterien in einem Flüssigmedium bei 37 °C im Brutschrank
- Übersetzung von RNA in Proteine mit Ribosomen
- Auftrennung von Proteinen nach ihrer Grösse im Gel
Die PCR vervielfältigt in vitro gezielt einen DNA-Abschnitt mittels thermischer Zyklen: Denaturierung (94–98 °C), Primer-Anlagerung (50–65 °C) und Elongation (72 °C) durch eine thermostabile DNA-Polymerase (Taq).
Analytische Chemie — Was versteht man unter dem Äquivalenzpunkt einer Titration?
- Der Punkt, an dem genau die Hälfte des Analyten umgesetzt ist
- ✓ Der Punkt, an dem Titriermittel und Analyt äquivalent sind
- Der Punkt, an dem der Indikator die Farbe wechselt
- Der Punkt, an dem der pH-Wert immer genau 7 beträgt
Der Äquivalenzpunkt ist der Punkt, an dem die zugegebene Stoffmenge des Titriermittels genau der Stoffmenge des Analyten entspricht. Der pH-Sprung ist hier am grössten.
Mathematik und Statistik — Was ist eine Signifikanzprüfung (t-Test) und wann wird sie angewendet?
- Ein Test zur Prüfung der Linearität einer Kalibrierung
- ✓ Prüft, ob sich Mittelwerte signifikant unterscheiden
- Ein Test zur Erkennung von Ausreissern in einer Serie
- Ein Test zur Bestimmung der Nachweisgrenze
Der t-Test prüft, ob der Unterschied zwischen zwei Mittelwerten statistisch signifikant ist (nicht auf Zufall beruht). Im Labor: Vergleich eines Ergebnisses mit dem Sollwert oder Vergleich zweier Methoden. Voraussetzung: Normalverteilung.
Qualitätssicherung — Was sind Ringversuche (Eignungsprüfungen) und wozu dienen sie?
- ✓ Labore messen dieselbe Probe; Bewertung z. B. per z-Score
- Interne Doppelbestimmungen derselben Probe durch zwei Laboranten
- Übungen, die nur der Ausbildung dienen
- Prüfungen zur Reparatur defekter Laborgeräte
Ringversuche (Proficiency Tests) sind Vergleichstests, bei denen mehrere Labore dieselbe Probe analysieren. Die Ergebnisse werden statistisch ausgewertet (z-Score), um die Leistungsfähigkeit des eigenen Labors im Vergleich zu beurteilen.
Laborsicherheit — Welche Gefahrstoffklassen dürfen nicht zusammen gelagert werden?
- Nur Feststoffe und Flüssigkeiten müssen getrennt sein
- ✓ Entzündliche Stoffe und Oxidationsmittel; Säuren und Laugen
- Keine, sofern der Raum gut belüftet ist
- Säuren und organische Lösungsmittel, sonst alles erlaubt
Entzündliche Stoffe und Oxidationsmittel dürfen nicht zusammen gelagert werden. Ebenso müssen Säuren und Laugen getrennt werden. Giftige Stoffe sind in einem abgeschlossenen Schrank aufzubewahren. Das TRGS/GHS-Lagerklassenkonzept regelt die Details.
Häufige Fragen
Wie viele Jahre Erfahrung braucht es für das Laborant/in EFZ ohne Lehre?
Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung (Art. 32 BBV), davon mindestens 3 Jahre im Beruf Laborant/in.
Muss ich die Berufsfachschule besuchen?
Nein. Du kannst dich selbst oder mit Kursen vorbereiten. Ohne Schule hast du keine Erfahrungsnote.
Wie wird meine Gesamtnote berechnet?
Die Verordnung lässt Erwachsene ohne Lehre zur Abschlussprüfung zu, legt aber keine Gewichtung ohne Erfahrungsnote fest: Das Berufsbildungsamt deines Kantons sagt dir, wie deine Gesamtnote berechnet wird.
Was kostet die Prüfung?
Die Kosten sind kantonal verschieden: Die Fachstelle deines Kantons gibt Auskunft.
Und die Validierung von Bildungsleistungen?
Das ist ein anderer Weg: Du belegst deine Kompetenzen in einem Dossier, das Fachleute beurteilen, ohne Abschlussprüfung. Er besteht nur in gewissen Berufen und Kantonen; die Fachstelle sagt dir, ob er für dich möglich ist.