Das Qualifikationsverfahren Sanitärinstallateur/in EFZ nach der Verordnung des SBFI vom 1. Juli 2019: Prüfungsteile und Dauer, Berechnung der Gesamtnote, Bestehensregeln und offizielle Serien zum Üben.
Die Prüfungsteile
Die Qualifikationsbereiche werden gegen Ende der Lehre geprüft; Datum und Ort stehen im Aufgebot deines Kantons.
| Qualifikationsbereich | Form und Dauer | Gewichtung |
|---|
| Praktische Arbeit | Vorgegebene praktische Arbeit (VPA) von 21 Stunden inklusive Fachgespräch von 60 Minuten: Planen (20 %), Installieren von Leitungen, Vorwandsystemen und sanitären Apparaten (55 %), Inbetriebnahme, Wartung und Service (10 %), Fachgespräch (15 %). | 40 % |
| Allgemeinbildung | Geregelt in der Verordnung des SBFI über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung. | 20 % |
| Erfahrungsnote | Unterricht in den Berufskenntnissen (8 Semesterzeugnisnoten) 50 %, überbetriebliche Kurse (7 Kompetenznachweise) 50 %. | 40 % |
So wird deine Gesamtnote berechnet
Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten der Qualifikationsbereiche und der Erfahrungsnote.
Erfahrungsnote: Unterricht in den Berufskenntnissen (8 Semesterzeugnisnoten) 50 %, überbetriebliche Kurse (7 Kompetenznachweise) 50 %.
Beispiel: Praktische Arbeit 4.6, Allgemeinbildung 4.5, Erfahrungsnote 4.6 ergeben eine Gesamtnote von 4.6, EFZ bestanden.
Die Bestehensregeln
Das QV ist bestanden, wenn:
- die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt
- die Gesamtnote mindestens 4 beträgt
Alte Prüfungen und offizielle Serien
Nicht alle Prüfungen werden veröffentlicht. Das stellen die Organisationen der Arbeitswelt deines Berufs zur Verfügung:
Es gibt keine schriftliche Abschlussprüfung: Die Berufskenntnisse zählen über die Erfahrungsnote (40 %).
Ohne Lehre: der Weg über Artikel 32
Erwachsene, die den Beruf ausserhalb einer Lehre gelernt haben, werden mit 5 Jahren Berufserfahrung zum QV zugelassen (Art. 32 BBV), davon mindestens 3 im Beruf Sanitärinstallateur/in.
Die Verordnung lässt Erwachsene ohne Lehre zur Abschlussprüfung zu, legt aber keine Gewichtung ohne Erfahrungsnote fest: Das Berufsbildungsamt deines Kantons sagt dir, wie deine Gesamtnote berechnet wird.
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Offizielle Quellen
Abgerufen am 2026-10-11.
Prüfungsfragen mit Lösung
Sanitärapparate und Armaturen — Was ist der Unterschied zwischen Aufputz- und Unterputzarmaturen?
- Unterputz wird nur in Küchen verwendet
- ✓ Aufputz ist sichtbar an der Wand, Unterputz ist in der Wand eingebaut
- Es gibt keinen Unterschied
- Aufputz ist billiger und darum schlechter
Aufputzarmaturen sind sichtbar an der Wand montiert, Unterputzarmaturen sind in die Wand eingebaut, sodass nur der Bedienhebel sichtbar ist.
Entwässerungs- und Abwassertechnik — Welches Mindestgefälle wird für Abwasserleitungen im Gebäude empfohlen?
- 10%
- 5%
- 0,1%
- ✓ 1% (1 cm pro Meter)
Für Abwasserleitungen wird in der Regel ein Mindestgefälle von 1% (1 cm pro Meter) empfohlen, um eine ausreichende Selbstreinigung zu gewährleisten.
Erdgasinstallation — Warum müssen Gasräume belüftet sein?
- Um Kondenswasser zu vermeiden
- Gasräume müssen nicht belüftet sein
- ✓ Damit sich kein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch bildet und Verbrennungsluft gesichert ist
- Für die Kühlung der Rohre
Gasräume müssen belüftet sein, damit sich bei einer Leckage kein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch bilden kann und die Verbrennungsluftversorgung sichergestellt ist.
Löt- und Verbindungstechnik — Was ist eine Pressverbindung in der Sanitärtechnik?
- ✓ Ein mechanisches Fügen durch Pressen eines Fittings auf das Rohr ohne Flamme
- Ein geklebtes Kunststoffrohr
- Ein gelötetes Rohr
- Ein geschweisstes Stahlrohr
Eine Pressverbindung ist ein mechanisches Fügesystem, bei dem ein Fitting mit einer Pressmaschine auf das Rohr gepresst wird. Sie ist schneller als Löten und erfordert keine offene Flamme.
Trinkwasserinstallation — Was versteht man unter Stagnation in einer Trinkwasserinstallation?
- Ein verstopfter Filter
- Zu hoher Wasserdruck
- ✓ Stehendes Wasser in Leitungen, das zu Verkeimung führen kann
- Schnelle Wasserströmung
Stagnation bezeichnet stehendes Wasser in Leitungen, das zu Verkeimung (z.B. Legionellen) und Qualitätsverlust führen kann. Gemäss SVGW W3 ist der regelmässige Wasseraustausch sicherzustellen.
Häufige Fragen
Wann findet das QV Sanitärinstallateur/in statt?
Die Qualifikationsbereiche werden gegen Ende der Lehre geprüft. Datum und Ort stehen im Aufgebot deines Kantons.
Welche Noten brauche ich, um das QV Sanitärinstallateur/in zu bestehen?
Bestanden hast du, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.
Wie viel zählen die Schulnoten?
Die Erfahrungsnote zählt 40 % der Gesamtnote. Erfahrungsnote: Unterricht in den Berufskenntnissen (8 Semesterzeugnisnoten) 50 %, überbetriebliche Kurse (7 Kompetenznachweise) 50 %.
Was passiert, wenn ich nicht bestehe?
Du kannst das Qualifikationsverfahren höchstens zweimal wiederholen (Art. 33 BBV). Bestandene Teile musst du nicht wiederholen, ausser die Bildungsverordnung deines Berufs ist strenger.
Wo finde ich alte QV-Prüfungen Sanitärinstallateur/in?
suissetec: Dokumente Lehrordner, mit den Ausführungsbestimmungen zum QV. Es gibt keine schriftliche Abschlussprüfung: Die Berufskenntnisse zählen über die Erfahrungsnote (40 %).