Das Qualifikationsprofil umfasst acht Handlungskompetenzbereiche: A, Leistungserbringung in Logistikprozessen sicherstellen; B, Supply Chain Management umsetzen; C, Prozesse mit ICT-Systemen unterstützen; D, Informations- und Datenmanagement sicherstellen; E, Projekte planen und leiten; F, Wirtschaftlichkeit im Tätigkeitsbereich sicherstellen; G, Mitarbeitende führen und fördern; H, Prozess- und Qualitätsmanagement umsetzen. Prepwise fasst sie in acht Fächern zusammen, mit je einer eigenen Auswertung.
Beschaffung und Einkauf
Der Beschaffungsprozess von A bis Z: Brutto- und Nettobedarf, Bestellpunkt- und Bestellrhythmusverfahren, optimale Bestellmenge, Lieferantenwahl und -bewertung (Nutzwertanalyse, Kraljic-Matrix), Rahmenverträge und Abrufe, Zahlungskonditionen und Skonto, Gesamtkosten einer Beschaffung im Ausland, Wareneingang und Eingangskontrolle.
Lagerbewirtschaftung und Lagerhaltung
Lagerkennzahlen (Reichweite, Umschlagshäufigkeit, durchschnittlicher Bestand, Lagerhaltungskosten), ABC- und XYZ-Analyse, Sicherheitsbestand, Lagersysteme (Palettenregal, Durchlaufregal, Fest- und Freiplatz), Kommissioniermethoden (auftragsweise, serienweise, Pick-by-Voice), permanente Inventur, Zolllager und temperaturgeführte Ware.
Transport und Distribution
Wahl des Verkehrsträgers, frachtpflichtiges Gewicht und Lademeter, Verladen und Ladungssicherung nach EN 12195-1, kombinierter Verkehr, Tourenplanung und Milk Run, Incoterms 2020, Rolle von Spediteur und Frachtführer, Kühlkette, Sendungsverfolgung und Zustellung auf der letzten Meile.
Prozesse, Qualität und kontinuierliche Verbesserung
Prozesslandkarte (Management-, Kern- und Unterstützungsprozesse), Logistikkennzahlen (perfekter Auftrag, Servicegrad), Managementsystem ISO 9001 und interne Audits, Korrektur- und Vorbeugemassnahmen, Problemlösungswerkzeuge (Pareto, Ishikawa, FMEA, DMAIC) und Lean-Methoden (Wertstromanalyse, Pull-Prinzip, visuelle Standards).
Recht, Zoll und Sicherheit
Kaufvertrag nach OR (Prüfung und Mängelrüge, Verzug, Gefahrenübergang), CMR im internationalen Strassentransport, Einfuhrsteuer, präferenzieller Ursprung und Tarifierung, Gefahrgut (ADR/SDR, orange Tafeln, Gefahrgutbeauftragte), Lenk- und Ruhezeiten der Chauffeure, Sicherheit von Staplern und Regalen, Brandschutz und STOP-Prinzip.
Produktions- und Entsorgungslogistik
Lager- oder Auftragsfertigung, Materialbedarfsplanung und Stücklisten, Kanban und Supermarkt, Taktzeit, OEE, Just in time, Engpässe, Produktionsglättung und SMED. Auf der Entsorgungsseite: Abfallhierarchie nach USG, Sonderabfälle und Begleitscheine (VeVA), Trennung, Rücknahme von Elektrogeräten (VREG) und Retourenlogistik.
ICT, Datenmanagement und Projekte
GS1-Standards (GTIN, SSCC, GLN, Transportetikett), EDI und EANCOM-Nachrichten (ORDERS, DESADV, INVOIC), ERP und Lagerverwaltungssystem, RFID, Qualität der Stammdaten und Bestandsgenauigkeit, Datenschutz (revDSG) und Datensicherung. Bei den Projekten: Projektauftrag, Abgrenzung, Gantt-Diagramm, kritischer Pfad und Umgang mit Änderungswünschen.
Wirtschaftlichkeit und Mitarbeiterführung
Fixe und variable Kosten, Gewinnschwelle, Kosten pro Auftragsposition, Amortisationsdauer einer Investition, Gesamtbetriebskosten, Make or Buy und Preisgestaltung eines Dienstleisters. Bei der Führung: Führungsstile, SMART-Ziele, Mitarbeitergespräche, Konfliktlösung, Einarbeitung neuer Mitarbeitender und Regeln des Arbeitsgesetzes.
Prüfungsteil 1 fragt diese acht Fächer direkt ab; die Teile 2 bis 5 wenden sie auf Prozesse und Fälle an. Die Bereiche A (Prozesse) und B (Supply Chain) tragen am meisten Punkte, aber ein vernachlässigter Querschnittsbereich wie Daten oder Wirtschaftlichkeit kann eine ganze Handlungssimulation kosten.