Du arbeitest seit Jahren im Beruf, aber ohne EFZ? Artikel 32 der Berufsbildungsverordnung ermöglicht dir das Elektroinstallateur/in EFZ ohne Lehrvertrag. Hier sind die Bedingungen und die Prüfung, nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 2015.
Die Zulassungsbedingungen
- Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung, erreicht bis zur Prüfung (Art. 32 BBV); Teilzeit zählt anteilsmässig.
- Davon mindestens 3 Jahre im Beruf Elektroinstallateur/in, gemäss Bildungsverordnung.
- Die Berufspraxis muss unter der Leitung einer fachkundigen Person nach NIV erworben worden sein.
- Ein Lehrvertrag ist nicht nötig; je nach Kanton musst du bei der Zulassung im Beruf arbeiten.
- Gute Sprachkenntnisse werden erwartet (berufsberatung.ch empfiehlt mindestens Niveau B2), samt Fachwortschatz.
Die Prüfung, die du ablegst
Du legst dieselbe Abschlussprüfung ab wie die Lernenden. Weil du keine Schulnoten und keine überbetrieblichen Kurse hast, entfällt die Erfahrungsnote, und die übrigen Noten zählen stärker.
Das QV ist bestanden, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Note «Berufskenntnisse» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.
| Qualifikationsbereich | Form und Dauer | Gewichtung ohne Erfahrungsnote |
|---|
| Praktische Arbeit | Vorgegebene praktische Arbeit (VPA) von 20 Stunden. | 50 % |
| Berufskenntnisse | 6 Stunden, schriftlich oder schriftlich und mündlich (mündlich höchstens 1½ Stunden). | 30 % |
| Allgemeinbildung | Geregelt in der Verordnung des SBFI über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung. | 20 % |
Anmeldung, Schritt für Schritt
- Wende dich an die Fachstelle deines Kantons: Sie informiert dich, prüft deine Berufserfahrung und zeigt dir den passenden Weg, Abschlussprüfung oder Validierung.
- Stelle dein Dossier zusammen: Arbeitszeugnisse mit Pensum, Lebenslauf und Kopien deiner Abschlüsse.
- Anmeldefristen und Kosten legt jeder Kanton fest; im Tessin etwa ist das Gesuch bis 31. Mai des Vorjahres der Prüfung einzureichen.
- Hast du bereits eine andere Ausbildung, frage nach einer Dispensation von einzelnen Fächern.
Vorbereitung ohne Berufsfachschule
Du kannst dich selbst oder mit Kursen vorbereiten. Am meisten Arbeit braucht, was die Lernenden in der Schule lernen: Berufskenntnisse, 6 Stunden, schriftlich oder schriftlich und mündlich (mündlich höchstens 1½ Stunden).
Reform und Übergangsbestimmungen
Eine neue Verordnung (30. Juni 2025) ist seit 1. Januar 2026 in Kraft; ihre Bestimmungen zum Qualifikationsverfahren gelten erst ab 1. Januar 2030. Wer vor 2026 begonnen hat, schliesst nach der Verordnung von 2015 ab.
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Offizielle Quellen
Abgerufen am 2026-10-11.
Prüfungsfragen mit Lösung
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz — Was ist ein Energieausweis für Gebäude (GEAK) und welche Rolle spielt die Elektroinstallation?
- Der GEAK betrifft nur die Gebäudehülle
- GEAK gibt es nur in Deutschland
- Elektroinstallation spielt keine Rolle beim GEAK
- ✓ Der GEAK bewertet Energieeffizienz, Elektroinstallation beeinflusst durch Beleuchtung, GA, PV, WP
Der GEAK bewertet die Energieeffizienz eines Gebäudes (A-G). Die Elektroinstallation beeinflusst die Bewertung durch effiziente Beleuchtung, Gebäudeautomation, PV-Anlagen und Wärmepumpen.
Gebäudeautomation und Steuerungen — Wie planen Sie die Elektroinstallation für eine Wohnung mit KNX-Vorbereitung?
- Nur WLAN-Steckdosen verwenden
- Normale Installation ohne Zusatzleitungen
- ✓ Busleitungen zu Tastern/Aktoren, Leerrohre, Platz in Verteilung, 30 V DC Bus
- KNX nur mit Funkmodulen möglich
KNX-Vorbereitung: Busleitung (J-Y(St)Y 2×2×0,8 mm²) zu jedem Tasterstandort und Aktor, Leerrohre für spätere Erweiterung, zentrale Verteilung mit genügend Platz für KNX-Geräte, Spannungsversorgung 30 V DC für den Bus.
Installationstechnik — Was ist der Zweck einer Abzweigdose in einer Elektroinstallation?
- Messung des Stroms
- ✓ Verbindungs- und Verteilpunkt für Leitungen
- Schutz vor Überspannung
- Dekoration der Installation
Eine Abzweigdose dient als Verbindungs- und Verteilpunkt in der Elektroinstallation. In ihr werden Leitungen verbunden, abgezweigt oder verlängert. Die Verbindungen müssen dauerhaft zugänglich sein.
Messtechnik und Inbetriebnahme — Was wird bei einer periodischen Kontrolle einer bestehenden Installation geprüft?
- ✓ Sichtprüfung, Schutzleiter, Isolation, FI, Dokumentation und Kontrollbericht
- Nur Sichtprüfung genügt
- Periodische Kontrollen sind freiwillig
- Nur den Stromzähler ablesen
Periodische Kontrolle: Sichtprüfung aller Anlageteile, Schutzleiterprüfung, Isolationsmessung, FI-Prüfung, Kontrolle der Dokumentation, Überprüfung auf Änderungen seit letzter Kontrolle, Erstellung eines Kontrollberichts.
Normen und Vorschriften (NIN/ESTI) — Was sind die Schutzbereiche in einem Badezimmer gemäss NIN und welche Schutzarten gelten?
- Schutzbereiche nur bei grossen Badezimmern
- ✓ Bereiche 0-2 mit IPX7/IPX4, SELV, FI 30 mA je nach Zone
- Nur ein Bereich mit IP44
- Keine Schutzbereiche, nur FI genügt
Schutzbereiche Bad: Bereich 0 (in Wanne/Dusche): IPX7, SELV 12 V. Bereich 1 (über Wanne): IPX4/X5, feste Geräte. Bereich 2 (60 cm um Bereich 1): IPX4, Steckdosen mit FI 30 mA.
Häufige Fragen
Wie viele Jahre Erfahrung braucht es für das Elektroinstallateur/in EFZ ohne Lehre?
Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung (Art. 32 BBV), davon mindestens 3 Jahre im Beruf Elektroinstallateur/in. Die Berufspraxis muss unter der Leitung einer fachkundigen Person nach NIV erworben worden sein.
Muss ich die Berufsfachschule besuchen?
Nein. Du kannst dich selbst oder mit Kursen vorbereiten. Ohne Schule hast du keine Erfahrungsnote.
Wie wird meine Gesamtnote berechnet?
Ohne Erfahrungsnote: Praktische Arbeit 50 %, Berufskenntnisse 30 %, Allgemeinbildung 20 %. Bestanden ist das QV, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Note «Berufskenntnisse» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.
Was kostet die Prüfung?
Die Kosten sind kantonal verschieden: Die Fachstelle deines Kantons gibt Auskunft.
Und die Validierung von Bildungsleistungen?
Das ist ein anderer Weg: Du belegst deine Kompetenzen in einem Dossier, das Fachleute beurteilen, ohne Abschlussprüfung. Er besteht nur in gewissen Berufen und Kantonen; die Fachstelle sagt dir, ob er für dich möglich ist.