Das Qualifikationsverfahren Elektroinstallateur/in EFZ nach der Verordnung des SBFI vom 27. April 2015: Prüfungsteile und Dauer, Berechnung der Gesamtnote, Bestehensregeln und offizielle Serien zum Üben.
Die Prüfungsteile
Die Qualifikationsbereiche werden gegen Ende der Lehre geprüft; Datum und Ort stehen im Aufgebot deines Kantons.
| Qualifikationsbereich | Form und Dauer | Gewichtung |
|---|
| Praktische Arbeit | Vorgegebene praktische Arbeit (VPA) von 20 Stunden. | 40 % |
| Berufskenntnisse | 6 Stunden, schriftlich oder schriftlich und mündlich (mündlich höchstens 1½ Stunden). | 20 % |
| Allgemeinbildung | Geregelt in der Verordnung des SBFI über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung. | 20 % |
| Erfahrungsnote | Mittel aus dem berufskundlichen Unterricht (8 Semesterzeugnisnoten) und den überbetrieblichen Kursen (4 Kompetenznachweise). | 20 % |
So wird deine Gesamtnote berechnet
Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten der Qualifikationsbereiche und der Erfahrungsnote.
Erfahrungsnote: Mittel aus dem berufskundlichen Unterricht (8 Semesterzeugnisnoten) und den überbetrieblichen Kursen (4 Kompetenznachweise).
Beispiel: Praktische Arbeit 4.6, Berufskenntnisse 4.2, Allgemeinbildung 4.6, Erfahrungsnote 4.6 ergeben eine Gesamtnote von 4.5, EFZ bestanden.
Die Bestehensregeln
Das QV ist bestanden, wenn:
- die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt
- die Note «Berufskenntnisse» mindestens 4 beträgt
- die Gesamtnote mindestens 4 beträgt
Reform und Übergangsbestimmungen
Eine neue Verordnung (30. Juni 2025) ist seit 1. Januar 2026 in Kraft; ihre Bestimmungen zum Qualifikationsverfahren gelten erst ab 1. Januar 2030. Wer vor 2026 begonnen hat, schliesst nach der Verordnung von 2015 ab.
Alte Prüfungen und offizielle Serien
Nicht alle Prüfungen werden veröffentlicht. Das stellen die Organisationen der Arbeitswelt deines Berufs zur Verfügung:
Ohne Lehre: der Weg über Artikel 32
Erwachsene, die den Beruf ausserhalb einer Lehre gelernt haben, werden mit 5 Jahren Berufserfahrung zum QV zugelassen (Art. 32 BBV), davon mindestens 3 im Beruf Elektroinstallateur/in. Die Berufspraxis muss unter der Leitung einer fachkundigen Person nach NIV erworben worden sein.
Dann entfällt die Erfahrungsnote: Die Gesamtnote berechnet sich mit Praktische Arbeit 50 %, Berufskenntnisse 30 %, Allgemeinbildung 20 %.
Weiterlesen
Gratis-Quiz des Tages starten
Offizielle Quellen
Abgerufen am 2026-10-11.
Prüfungsfragen mit Lösung
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz — Was bedeutet die Energieeffizienzklasse A bei Elektrogeräten?
- Keine Bedeutung in der Schweiz
- Nur für Industriegeräte
- Der höchste Energieverbrauch
- ✓ Eine hohe Energieeffizienz
Die Energieeffizienzklasse A kennzeichnet Geräte mit hoher Energieeffizienz. Seit 2021 reicht die Skala von A (am effizientesten) bis G (am wenigsten effizient).
Gebäudeautomation und Steuerungen — Was versteht man unter einem Busleitung in der Gebäudeautomation?
- ✓ Eine gemeinsame Kommunikationsleitung für Automationsgeräte
- Eine Datenleitung für Internet
- Ein Erdungskabel
- Eine Starkstromleitung
Eine Busleitung ist eine gemeinsame Kommunikationsleitung, über die alle Teilnehmer (Sensoren, Aktoren, Bediengeräte) eines Automationssystems miteinander kommunizieren.
Installationstechnik — Welche Schutzart muss eine Steckdose im Aussenbereich mindestens aufweisen?
Steckdosen im Aussenbereich müssen mindestens die Schutzart IP44 aufweisen (geschützt gegen Spritzwasser und feste Fremdkörper > 1 mm).
Messtechnik und Inbetriebnahme — Was misst man bei der Schleifenimpedanzmessung?
- Den Isolationswiderstand
- ✓ Den Gesamtwiderstand der Fehlerschleife Phase-PE
- Die Netzspannung
- Den Erdungswiderstand
Die Schleifenimpedanzmessung bestimmt den Gesamtwiderstand der Fehlerschleife (Phase-Schutzleiter). Sie dient zur Überprüfung, ob die Abschaltbedingungen bei einem Fehler eingehalten werden.
Normen und Vorschriften (NIN/ESTI) — Was regelt die NIV (Niederspannungs-Installationsverordnung)?
- Die Ausbildung von Elektrikern
- Die Preise für Elektrizität
- ✓ Erstellung, Betrieb und Kontrolle von Niederspannungsinstallationen
- Den Bau von Hochspannungsleitungen
Die NIV regelt die Erstellung, den Betrieb und die Kontrolle von elektrischen Niederspannungsinstallationen in der Schweiz, einschliesslich Bewilligungen und Kontrollpflichten.
Häufige Fragen
Wann findet das QV Elektroinstallateur/in statt?
Die Qualifikationsbereiche werden gegen Ende der Lehre geprüft. Datum und Ort stehen im Aufgebot deines Kantons.
Welche Noten brauche ich, um das QV Elektroinstallateur/in zu bestehen?
Bestanden hast du, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Note «Berufskenntnisse» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.
Wie viel zählen die Schulnoten?
Die Erfahrungsnote zählt 20 % der Gesamtnote. Erfahrungsnote: Mittel aus dem berufskundlichen Unterricht (8 Semesterzeugnisnoten) und den überbetrieblichen Kursen (4 Kompetenznachweise).
Was passiert, wenn ich nicht bestehe?
Du kannst das Qualifikationsverfahren höchstens zweimal wiederholen (Art. 33 BBV). Bestandene Teile musst du nicht wiederholen, ausser die Bildungsverordnung deines Berufs ist strenger.
Wo finde ich alte QV-Prüfungen Elektroinstallateur/in?
EIT.swiss: Unterlagen zum QV, inklusive Serien «Berufskenntnisse schriftlich» zum Herunterladen.