Zimmermann/Zimmerin EFZ ohne Lehre: der Weg über Artikel 32

Du arbeitest seit Jahren im Beruf, aber ohne EFZ? Artikel 32 der Berufsbildungsverordnung ermöglicht dir das Zimmermann/Zimmerin EFZ ohne Lehrvertrag. Hier sind die Bedingungen und die Prüfung, nach der Verordnung des SBFI vom 5. August 2013.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verlangte Erfahrung: Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung (Art. 32 BBV), davon mindestens 3 Jahre im Beruf Zimmermann/Zimmerin.
  • Du legst dieselbe Abschlussprüfung ab wie die Lernenden, ohne Erfahrungsnote: Praktische Arbeit 50 %, Berufskenntnisse 15 %, Werkpläne 15 %, Allgemeinbildung 20 %.
  • Bestanden, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.
  • Anmeldung beim Berufsbildungsamt deines Kantons, das dein Dossier prüft; Fristen und Kosten sind von Kanton zu Kanton verschieden.
  • Rechtsgrundlage: Art. 32 BBV und Verordnung des SBFI vom 5. August 2013.

Die Zulassungsbedingungen

  • Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung, erreicht bis zur Prüfung (Art. 32 BBV); Teilzeit zählt anteilsmässig.
  • Davon mindestens 3 Jahre im Beruf Zimmermann/Zimmerin, gemäss Bildungsverordnung.
  • Ein Lehrvertrag ist nicht nötig; je nach Kanton musst du bei der Zulassung im Beruf arbeiten.
  • Gute Sprachkenntnisse werden erwartet (berufsberatung.ch empfiehlt mindestens Niveau B2), samt Fachwortschatz.

Die Prüfung, die du ablegst

Du legst dieselbe Abschlussprüfung ab wie die Lernenden. Weil du keine Schulnoten und keine überbetrieblichen Kurse hast, entfällt die Erfahrungsnote, und die übrigen Noten zählen stärker.

Das QV ist bestanden, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

QualifikationsbereichForm und DauerGewichtung ohne Erfahrungsnote
Praktische ArbeitVorgegebene praktische Arbeit (VPA) von 16 Stunden.50 %
Berufskenntnisse4 Stunden, schriftlich oder schriftlich und mündlich (mündlich höchstens 1 Stunde).15 %
Werkpläne3 Stunden.15 %
AllgemeinbildungGeregelt in der Verordnung des SBFI über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung.20 %

Anmeldung, Schritt für Schritt

  • Wende dich an die Fachstelle deines Kantons: Sie informiert dich, prüft deine Berufserfahrung und zeigt dir den passenden Weg, Abschlussprüfung oder Validierung.
  • Stelle dein Dossier zusammen: Arbeitszeugnisse mit Pensum, Lebenslauf und Kopien deiner Abschlüsse.
  • Anmeldefristen und Kosten legt jeder Kanton fest; im Tessin etwa ist das Gesuch bis 31. Mai des Vorjahres der Prüfung einzureichen.
  • Hast du bereits eine andere Ausbildung, frage nach einer Dispensation von einzelnen Fächern.

Vorbereitung ohne Berufsfachschule

Du kannst dich selbst oder mit Kursen vorbereiten. Am meisten Arbeit braucht, was die Lernenden in der Schule lernen: Berufskenntnisse, 4 Stunden, schriftlich oder schriftlich und mündlich (mündlich höchstens 1 Stunde).

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Offizielle Quellen

Abgerufen am 2026-10-11.

Prüfungsfragen mit Lösung

Bauphysik und Dämmung — Was sind Wärmebrücken und wie werden sie im Holzbau vermieden?
  • Wärmebrücken gibt es im Holzbau nicht
  • Wärmebrücken betreffen nur Stahlbauten
  • ✓ Stellen erhöhter Wärmeleitung — vermieden durch durchgehende Dämmung und wärmebrückenfreie Details
  • Man kann Wärmebrücken nicht vermeiden

Wärmebrücken sind Stellen erhöhter Wärmeleitung in der Gebäudehülle (z.B. Balkenköpfe, Fensteranschlüsse, Ecken). Vermeidung: durchgehende Dämmebene, Dämmung der Schwelle, wärmebrückenfreie Details, Überdämmung der Konstruktion.

Holzbau — Was ist ein Sparrendach und wie unterscheidet es sich von einem Pfettendach?
  • Das Sparrendach braucht immer Mittelstützen
  • Das Pfettendach hat keine Sparren
  • ✓ Sparren bilden ein Dreieck ohne Mittelstützen — beim Pfettendach stützen Pfetten die Sparren
  • Beide Systeme sind identisch

Beim Sparrendach bilden die Sparren zusammen mit dem Deckenbalken ein Dreieck und tragen sich gegenseitig. Es benötigt keine Mittelstützen. Beim Pfettendach liegen die Sparren auf horizontalen Pfetten, die von Stützen getragen werden.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz — Welche Massnahmen sind beim Rückbau eines Holzgebäudes hinsichtlich Asbest zu beachten?
  • Asbest gibt es in Holzgebäuden nicht
  • Asbestplatten einfach entsorgen
  • Nur bei Gebäuden vor 1900 relevant
  • ✓ Analyse vor Rückbau, bei Fund zertifizierte Sanierung gemäss SUVA 6503

Vor dem Rückbau: Asbestanalyse aller verdächtigen Materialien (Eternitplatten, Brandschutzplatten, Kleber). Bei Asbestfund: Sanierung durch zertifizierte Firma gemäss SUVA-Richtlinie 6503. Eigenmächtiges Entfernen ist verboten.

Statik und Festigkeitslehre — Was ist eine Windaussteifung und wie wird sie im Holzbau realisiert?
  • ✓ Diagonale Streben, Holzwerkstoff-Beplankung oder Stahlband-Windverbände
  • Windaussteifung ist im Holzbau nicht nötig
  • Windaussteifung ist nur bei Hochhäusern nötig
  • Nur durch dickere Balken

Die Windaussteifung nimmt horizontale Windkräfte auf und leitet sie in die Fundamente. Im Holzbau wird sie durch diagonale Streben, Beplankung mit Holzwerkstoffplatten (z.B. OSB, 3-Schichtplatten) oder Windverbände (Kreuzstreben aus Stahlband) realisiert.

Werkstoffe und Holzkunde — Welche Dauerhaftigkeitsklassen gibt es für Holz gemäss EN 350 und welche Bedeutung haben sie?
  • Es gibt nur zwei Klassen: dauerhaft und nicht dauerhaft
  • Dauerhaftigkeitsklassen betreffen nur die Festigkeit
  • ✓ Klassen 1-5: von sehr dauerhaft (Teak) bis nicht dauerhaft (Buche)
  • Die Klassen beziehen sich auf die Holzfeuchte

Die Dauerhaftigkeitsklassen reichen von 1 (sehr dauerhaft, z.B. Teak) bis 5 (nicht dauerhaft, z.B. Buche). Sie geben die natürliche Widerstandsfähigkeit gegen holzzerstörende Pilze an und bestimmen den Einsatzbereich.

Häufige Fragen

Wie viele Jahre Erfahrung braucht es für das Zimmermann/Zimmerin EFZ ohne Lehre?

Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung (Art. 32 BBV), davon mindestens 3 Jahre im Beruf Zimmermann/Zimmerin.

Muss ich die Berufsfachschule besuchen?

Nein. Du kannst dich selbst oder mit Kursen vorbereiten. Ohne Schule hast du keine Erfahrungsnote.

Wie wird meine Gesamtnote berechnet?

Ohne Erfahrungsnote: Praktische Arbeit 50 %, Berufskenntnisse 15 %, Werkpläne 15 %, Allgemeinbildung 20 %. Bestanden ist das QV, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

Was kostet die Prüfung?

Die Kosten sind kantonal verschieden: Die Fachstelle deines Kantons gibt Auskunft.

Und die Validierung von Bildungsleistungen?

Das ist ein anderer Weg: Du belegst deine Kompetenzen in einem Dossier, das Fachleute beurteilen, ohne Abschlussprüfung. Er besteht nur in gewissen Berufen und Kantonen; die Fachstelle sagt dir, ob er für dich möglich ist.