Maurer/in EFZ ohne Lehre: der Weg über Artikel 32

Du arbeitest seit Jahren im Beruf, aber ohne EFZ? Artikel 32 der Berufsbildungsverordnung ermöglicht dir das Maurer/in EFZ ohne Lehrvertrag. Hier sind die Bedingungen und die Prüfung, nach der Verordnung des SBFI vom 14. September 2010.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verlangte Erfahrung: Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung (Art. 32 BBV), davon mindestens 3 Jahre im Beruf Maurer/in.
  • Du legst dieselbe Abschlussprüfung ab wie die Lernenden, ohne Erfahrungsnote: Praktische Arbeit 50 %, Berufskenntnisse 20 %, Fachzeichnen 10 %, Allgemeinbildung 20 %.
  • Bestanden, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.
  • Anmeldung beim Berufsbildungsamt deines Kantons, das dein Dossier prüft; Fristen und Kosten sind von Kanton zu Kanton verschieden.
  • Rechtsgrundlage: Art. 32 BBV und Verordnung des SBFI vom 14. September 2010.

Die Zulassungsbedingungen

  • Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung, erreicht bis zur Prüfung (Art. 32 BBV); Teilzeit zählt anteilsmässig.
  • Davon mindestens 3 Jahre im Beruf Maurer/in, gemäss Bildungsverordnung.
  • Ein Lehrvertrag ist nicht nötig; je nach Kanton musst du bei der Zulassung im Beruf arbeiten.
  • Gute Sprachkenntnisse werden erwartet (berufsberatung.ch empfiehlt mindestens Niveau B2), samt Fachwortschatz.

Die Prüfung, die du ablegst

Du legst dieselbe Abschlussprüfung ab wie die Lernenden. Weil du keine Schulnoten und keine überbetrieblichen Kurse hast, entfällt die Erfahrungsnote, und die übrigen Noten zählen stärker.

Das QV ist bestanden, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

QualifikationsbereichForm und DauerGewichtung ohne Erfahrungsnote
Praktische ArbeitVorgegebene praktische Arbeit (VPA) von 20 Stunden.50 %
Berufskenntnisse2 Stunden schriftlich und 1 Stunde mündlich.20 %
Fachzeichnen2 Stunden schriftlich.10 %
AllgemeinbildungGeregelt in der Verordnung des SBFI über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung.20 %

Anmeldung, Schritt für Schritt

  • Wende dich an die Fachstelle deines Kantons: Sie informiert dich, prüft deine Berufserfahrung und zeigt dir den passenden Weg, Abschlussprüfung oder Validierung.
  • Stelle dein Dossier zusammen: Arbeitszeugnisse mit Pensum, Lebenslauf und Kopien deiner Abschlüsse.
  • Anmeldefristen und Kosten legt jeder Kanton fest; im Tessin etwa ist das Gesuch bis 31. Mai des Vorjahres der Prüfung einzureichen.
  • Hast du bereits eine andere Ausbildung, frage nach einer Dispensation von einzelnen Fächern.

Vorbereitung ohne Berufsfachschule

Du kannst dich selbst oder mit Kursen vorbereiten. Am meisten Arbeit braucht, was die Lernenden in der Schule lernen: Berufskenntnisse, 2 Stunden schriftlich und 1 Stunde mündlich.

Die MLS stellt dort Aufgaben und Objekte früherer QV zur Verfügung.

Reform und Übergangsbestimmungen

Eine neue Verordnung (5. Juni 2024) ist seit 1. Januar 2025 in Kraft; ihre Bestimmungen zum Qualifikationsverfahren gelten ab 1. Januar 2028. Das QV 2027 läuft noch nach der Verordnung von 2010.

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Offizielle Quellen

Abgerufen am 2026-10-11.

Prüfungsfragen mit Lösung

Baustoffe und Materialkunde — Was ist der Unterschied zwischen Backstein (Ziegel) und Klinker?
  • Backsteine sind immer grösser als Klinker
  • ✓ Klinker werden bei höherer Temperatur gebrannt und sind dichter und frostbeständiger
  • Es gibt keinen Unterschied
  • Klinker bestehen aus Beton, Backsteine aus Ton

Klinker werden bei höherer Temperatur (ca. 1200 °C) gebrannt als normale Backsteine (ca. 900-1050 °C), wodurch sie dichter, frostbeständiger und wasserabweisender werden. Klinker werden oft für Fassaden und Pflasterbeläge verwendet.

Isolation und Abdichtung — Was ist eine Wärmebrücke und welche Auswirkungen hat sie?
  • Ein Heizungsrohr in der Wand
  • ✓ Ein Bereich mit erhöhtem Wärmedurchgang, der zu Energieverlust und Schimmelgefahr führt
  • Ein Fenster mit Dreifachverglasung
  • Eine Verbindung zwischen zwei Heizkörpern

Eine Wärmebrücke ist ein Bereich in der Gebäudehülle mit erhöhtem Wärmedurchgang (z.B. Betondeckenanschluss). Sie führt zu Energieverlusten, niedrigen Oberflächentemperaturen und Schimmelgefahr.

Maurerarbeiten — Welcher Mauerwerksverband bietet die beste Querzugfestigkeit bei einer 30 cm dicken Wand?
  • Der Läuferverband
  • ✓ Der Blockverband
  • Der Wilderzehnverband
  • Der Stromschichtverband

Der Blockverband (auch Holländischer Verband) bietet durch die regelmässige Verteilung von Läufern und Bindern eine hohe Querzugfestigkeit, da beide Mauerschalen gut miteinander verzahnt werden.

Pläne und Bauzeichnungen — Was ist ein Achsmass in einem Bauplan?
  • Die Breite der Fensteröffnung
  • Der Umfang des Grundstücks
  • Die Höhe des Dachfirsts
  • ✓ Der Abstand von Achsmitte zu Achsmitte (z.B. Wandmitte zu Wandmitte)

Das Achsmass gibt den Abstand von Achsmitte zu Achsmitte an (z.B. von Wandmitte zu Wandmitte). Es ist für die Tragwerksplanung und das Verlegen von Bewehrung entscheidend.

Schalung und Betonbau — Was ist eine Kletterschalung und wann wird sie eingesetzt?
  • ✓ Eine Schalung, die an hohen Bauwerken nach dem Betonieren eines Abschnitts angehoben wird
  • Eine Schalung aus Kletterseilen
  • Eine leichte Schalung für Trennwände
  • Eine Schalung für Treppen

Eine Kletterschalung wird an hohen Bauwerken (z.B. Hochhäuser, Türme, Brückenpfeiler) eingesetzt. Sie wird nach dem Betonieren eines Abschnitts angehoben und für den nächsten Abschnitt wiederverwendet.

Häufige Fragen

Wie viele Jahre Erfahrung braucht es für das Maurer/in EFZ ohne Lehre?

Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung (Art. 32 BBV), davon mindestens 3 Jahre im Beruf Maurer/in.

Muss ich die Berufsfachschule besuchen?

Nein. Du kannst dich selbst oder mit Kursen vorbereiten. Ohne Schule hast du keine Erfahrungsnote.

Wie wird meine Gesamtnote berechnet?

Ohne Erfahrungsnote: Praktische Arbeit 50 %, Berufskenntnisse 20 %, Fachzeichnen 10 %, Allgemeinbildung 20 %. Bestanden ist das QV, wenn die Note «Praktische Arbeit» mindestens 4 beträgt und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt.

Was kostet die Prüfung?

Die Kosten sind kantonal verschieden: Die Fachstelle deines Kantons gibt Auskunft.

Und die Validierung von Bildungsleistungen?

Das ist ein anderer Weg: Du belegst deine Kompetenzen in einem Dossier, das Fachleute beurteilen, ohne Abschlussprüfung. Er besteht nur in gewissen Berufen und Kantonen; die Fachstelle sagt dir, ob er für dich möglich ist.